IG Sport Luzern fordert nächste Öffnungen im Vereinssport nach Covid-19-Einschränkungen

23. Februar 2021

Die IG Sport Luzern hat der Luzerner Regierung einen Brief mit Anträgen betreffend Öffnungen für den Vereinssport nach den Covid-19-Einschränkungen zugestellt: 

Emmen, 23. Februar 2021

Nächste Öffnungen im Vereinssport nach Covid-19-Einschränkungen

Sehr geehrter Herr Regierungspräsident Wyss
Sehr geehrte Herren Regierungsräte
Sehr geehrter Herr Regierungsrat Graf

Im Hinblick auf die Entscheidungen des Bundesrates für Öffnungen im Sport ab März unterbreiten wir Ihnen folgende Anliegen / Anträge:

  1. Der Regierungsrat des Kantons Luzern möge sich beim Bundesrat dafür einsetzen, den Sport ab Anfang März 2021 für Jugendliche und junge Erwachsene bis und mit 20 Jahren zu öffnen.
  2. Der Regierungsrat des Kantons Luzern möge sich beim Bundesrat dafür einsetzen, den Sport im Freien oder auf Outdoor-Sportanlagen ab Anfang März 2021 in Gruppen von 15 Personen zuzulassen.
  3. Der Regierungsrat des Kantons Luzern möge sich beim Bundesrat dafür einsetzen, ab Anfang März, spätestens jedoch ab Anfang April 2021, die Einschränkung auf Sport im Freien oder auf Outdoor-Sportanlagen so weit zu lockern, dass nur noch Sport mit sehr engem und länger dauerndem Körperkontakt ausgeschlossen bleibt.

Zusammenfassung

Der Bundesrat hat erste Öffnungen des Sports für Jugendliche bis 18 Jahre und für Gruppen von fünf Personen im Freien oder auf Outdoor-Sportanlagen in die Vernehmlassung gegeben. Diesen Öffnungsschritt begrüssen wir sehr und wir sind auch dankbar für diesen Schritt.

Das Jugend+Sport-Alter endet mit Vollendung des 20. Altersjahres. Viele Sportvereine trainieren in Gruppen, sei es in Leistungs- oder in Altersgruppen. In diesen Gruppen sind die jungen Leute oft im Alter von 16 bis 20 durchmischt und diese Durchmischung soll auch in der ersten Öffnung im März möglich sein. Die Vereine sind hier selbstverständlich in der Pflicht, die Schutzkonzepte mit den vom Bundesrat vorgesehenen Rahmenbedingungen konsequent umzusetzen.

Sport im Freien oder auf Outdoorsportanlagen lediglich in Fünfer-Gruppen ist nach wie vor stark einschränkend und verunmöglicht einen sinnvollen Trainingsbetrieb sowie ein spezifisches Training für den Sport. In Sportarten wie Fussball oder Landhockey findet zwar kurzzeitig Körperkontakt statt, aber mit den weiteren Schutzmassnahmen, wie z.B. Maskenpflicht, kann dieser Köperkontakt als vernachlässigbar betrachtet werden. Der Skisport mit gelegentlichem Körperkontakt und der Transport der Sporttreibenden in gut durchlüfteten Seilbahnen oder auf Ski- und Sesselliften hat in diesem

Winter dank den Schutzkonzepten bekanntlich nicht zu vermehrten Ansteckungen geführt; diese Analyse lässt sich unseres Erachtens auch auf den Sport im Freien oder auf Outdoorsportanlagen übertragen. Ausserdem waren die Skisportler in den Gondelbahnen oder in den Warteschlangen sehr oft in grösseren Gruppen unterwegs, selbstverständlich mit dem notwendigen Abstand. So kann nach unserem Dafürhalten Sport auch in Gruppen von 15 Personen betrieben werden.

Begründung im Einzelnen:

  1. Die IG Sport ist das Kompetenzzentrum für den Vereins- und Verbandssport im Kanton Luzern und als solches das Dach über die Luzerner Sportverbände mit rund 1600 Vereinen und rund 200’000 Mitgliedern, davon ca.120’000 Kinder und Jugendliche unter 20 Jahren.
  2. Mit grosser Dankbarkeit haben wir zur Kenntnis genommen, dass den grossen Herausforderungen für unsere Jugendlichen ein hoher Stellenwert bei den kommenden Öffnungsschritten beigemessen wird. Die Öffnung der Outdoor-Sportanlagen und die Erhöhung der Alterslimite für uneingeschränkten Sport ist ein wichtiger Schritt und wir bedanken uns im Namen unserer Mitgliederverbände und deren Vereinen herzlich für diesen eingeschlagenen Weg. Um diesen in der Praxis gut umsetzbar zu gestalten, erkennen wir allerdings drei zentrale Herausforderungen:
  3. Mit der Erhöhung der Alterslimite für uneingeschränkten Sport auf 18 Jahre wird in vielen Mannschaftssportarten die älteste Nachwuchsstufe weiterhin keine Trainings und Wettkämpfe durchführen können, da ein grosser Teil der Mannschaft diese Alterslimite bereits überschritten hat. Dies hat eine direkte Auswirkung auf die jüngeren Teammitglieder, deren Sportaktivität so aufgrund nicht vollständiger Trainingseinheiten ebenfalls eingeschränkt bleibt. Zudem können Vereine Einheiten mit Jugendlichen bis 20 Jahre bei Jugend+Sport (J+S) abrechnen, was ein wichtiger Bestandteil der Anerkennung der Leitenden bedeutet. Mit der Einschränkung auf 18 Jahre entfällt den engagierten Trainerinnen und Trainern betroffener Mannschaften ein bedeutender Teil dieser Anerkennung.
  4. In der Öffentlichkeit, wo keine Schutzkonzepte bestehen, ist eine Erhöhung der Versammlungsgrösse auf 15 Personen angedacht. Hingegen sollen in Outdoor-Sportanlagen mit Schutzkonzepten nur 5er-Gruppen gemeinsam trainieren können. Dies wird zu einigem Unverständnis führen und muss angesprochen und ernstgenommen werden, weil es dazu führen kann, dass die Glaubwürdigkeit der Massnahmen in Frage gestellt wird. Zudem wird es in Mannschaftssportarten bewirken, dass der Trainingsbetrieb teilweise weiterhin ausgesetzt oder in mehreren 5er-Gruppen auf einem Sportplatz durchgeführt wird. Diesem Graubereich kann mit einer Angleichung der 15er-Regel auf den Outdoor-Sport entgangen werden. Und der Skisport hat trotz grösseren Gruppen von Leuten in Seilbahnen und in Warteschlangen gezeigt, dass es im Freien kaum zu Ansteckungen kommt. Die Vereine und Sportanlagenbetreiber sind hier selbstverständlich in der Pflicht, die Schutzkonzepte konsequent umzusetzen.
  5. Im Mannschaftssport, wie bspw. im Fussball kommt es, wenn überhaupt, nur kurzzeitig zu Körperkontakt. Solange Sport im Freien oder auf Outdoor-Sportanlagen ausgeübt wird, ist – wie der Skisport in diesem Winter zeigt – das Ansteckungsrisiko gering. Deshalb soll im Freien und auf Outdoor-Sportanlagen die Einschränkung auf Sport mit sehr engem und länger dauerndem Körperkontakt beschränkt sein.

Aus diesen Gründen bitten wir Sie, im Sinne einer Erleichterung der Umsetzbarkeit und einer Erhöhung der Glaubwürdigkeit der Massnahmen, folgende Anpassungen zu den bisherigen Vorschlägen des Bundesrates in der Vernehmlassung einzubringen:

  1. Erhöhung der Alterslimite für uneingeschränkten Sport auf 20 Jahre.
  2. Adaption der 15er-Regel auf Outdoor-Sportanlagen für Erwachsene. Dies mit folgenden Einschränkungen: Konsequente Einhaltung der Schutzkonzepte und Hygieneregeln.
  3. Befreiung des Sports von der Einschränkung «ohne Körperkontakt», ausser in Sportarten mit sehr engem und länger dauerndem Körperkontakt.

Wir anerkennen uneingeschränkt die Wichtigkeit der Massnahmen zur Eindämmung der Covid-19-Pandemie. Sowohl die Betreiber wie auch die Nutzer der Sportanlagen nehmen wir gleichermassen in die Pflicht. Die Fachpersonen in den Sportstätten und -Vereinen setzen sich seit einem Jahr mit den Herausforderungen der Pandemie auseinander. Sie sind sich im Umgang mit den Schutzmassnahmen bewusst, dass für die Aufrechterhaltung der Angebote die Schutzkonzepte laufend aktualisiert und strikte eingehalten werden müssen.