Vereinsleben der Sportvereine muss wieder aktiviert werden

28. April 2021

Die IG Sport Luzern hat anfangs April eine Umfrage unter rund 1400 Sportvereinen im Kanton Luzern durchgeführt mit Fragen zu den Auswirkungen der COVID-19-Schutzmassnahmen auf ihr Vereinsleben. Aus den Rückmeldungen geht klar hervor, dass dieses rasch wieder aktiviert werden muss, um weiteren Schaden abzuhalten.

Rund 300 Vereinsvertreter haben an der Umfrage teilgenommen. Es ist damit keine absolut repräsentative Meinungskundgebung der Luzerner Vereinssportler und die Antworten zeichnen auch nicht ein vollumfängliches Bild der Situation im Kanton Luzern. Unter den Teilnehmern waren mehrheitlich kleinere Vereine mit circa 20-50 Mitgliedern. Die Probleme der kleinen Vereine sind jedoch nicht in allen Fällen identisch mit jenen von Vereinen mit 100 bis 500 Mitgliedern. Dennoch gab es interessante Aussagen, die Handlungsbedarf aufzeigen.

Eine markante Meinungsäusserung bilden jene 246 Teilnehmer (81%), welche die IG Sport Luzern explizit auffordern, sich für weitere Lockerungen der Corona-Massnahmen für Sportvereine und Sportanbieter einzusetzen. 57 Teilnehmer (19%) waren dagegen.

Weitere sanfte Lockerungen fordern

Die IG Sport Luzern wird diese Aufforderung in den kommenden Tagen in die Tat umsetzen. Wie schon vor den letzten Lockerungen für Jugendliche bis 20 Jahre soll der Luzerner Regierungsrat mit einem Schreiben aufgefordert werden, sich beim Bundesrat für weitere sanfte Lockerungen im Breitensport einzusetzen: Sportarten mit Körperkontakt sollen ihren Trainingsbetrieb wieder in gewohntem Rahmen aufnehmen dürfen. Mit der Wiederaufnahme der Trainings kann das Vereinsleben wieder vermehrt aktiviert werden, was einem wichtigen gesellschaftlichen Anliegen im Breitensport entspricht. Zudem sollen Juniorenwettkämpfe wieder vor einer begrenzten Anzahl von Zuschauern stattfinden dürfen, da viele der jüngsten Sportler bei der Ausübung ihres Hobbys noch auf die Begleitung von oder den Transport durch ihre Eltern angewiesen sind. Dies Massnahme würde auch die Vereinsfunktionäre spürbar entlasten.

Sollten sich diese Lockerungen nicht markant negativ auf die Fallzahlen auswirken, wird sich der Vorstand der IG Sport Luzern überlegen, sich in einer nächsten Phase für die Aufhebung des Körperkontakt-Verbots im Mannschaftssport einzusetzen, damit die Meisterschafts-betriebe im Fussball, Handball, Basketball oder Volleyball wieder aufgenommen oder fortgeführt werden können.

Info- und Werbekampagne geplant

Im Weiteren plant die IG Sport Luzern zusammen mit Radio Pilatus in den nächsten Wochen eine Info- und Werbekampagne zur Wiederaktivierung des Vereinslebens. Spezielle Vereine sollen vorgestellt werden, mit einem Quiz wird das regionale Sportwissen erfragt. Spots und Kurzfilme sollen die Luzerner Breitensportler animieren, ihren Vereinen treu zu bleiben und wieder aktiv zu werden. Es soll aufgezeigt werden, dass es in vielen Sportarten demnächst wieder losgehen kann.

Nicht vergessen werden darf dabei aber der wichtige Präventions-Gedanke. Nach einer derart langen Dauer der Inaktivität darf die Wiederaufnahme nicht von 0 auf 100 passieren. Der Körper muss langsam an das frühere Leistungspotenzial herangeführt werden, sonst drohen Unfälle und langwierige Verletzungen.

Positive finanzielle Rückmeldungen

Bemerkenswert sind die Rückmeldungen der Teilnehmer zur finanziellen Situation ihres Vereins:

  • Rund 80% (240 Teilnehmer) sagten, dass ihr Verein weiterhin finanziell gut dasteht, respektive, dass man gerade so über die Runden kommt. 20% sagten, dass es nicht rosig aussieht, wenn es nicht bald Lockerungen gibt
  • 68 Teilnehmer (22%) bejahten, dass ihr Verein die Mitgliederbeiträge aufgrund der Corona-Massnahmen des Bundes und des Kantons angepasst haben. Bei 78% der Vereine wurden die Mitgliederbeiträge nicht angepasst
  • 96% aller Teilnehmer (288 Vereine) bestätigten, dass ihre Mitglieder die Beiträge ganz oder teilweise (23%) bezahlen.

Ein befürchteter, massiver Rückgang der Mitgliederzahlen durch den langen Lockdown, respektive durch das mehrheitliche Sport- und Trainingsverbot, war in den Vereinen in den letzten 12 Monaten nicht feststellbar. Allerdings hatten die meisten Generalversammlungen im Zeitpunkt der Umfrage noch nicht stattgefunden:

  • 59% der Teilnehmer sagten, dass sie aktuell gleich viele Mitglieder haben wie vor der Coronapandemie, 7% betonten gar, dass ihre Mitgliederzahl zugenommen habe
  • 34% oder 102 Teilnehmer mussten jedoch eine Abnahme der Mitgliederzahl hinnehmen

Auch auf einen seit Jahren feststellbaren Mangel an Funktionären und Vorstandsmitgliedern hatte die Coronapandemie offenbar keinen zusätzlichen negativen Einfluss:

  • 78% der Teilnehmer (234) bekräftigten, dass ihr Verein genügend Funktionäre und Vorstandsmitglieder hat. 22% (66) bestätigten einen Minderbestand.

Ob der verhinderte Rückgang auf spezielle Aktionen der Vereine zurückzuführen ist, bleibt offen:

  • 52% oder 156 Teilnehmer bejahten, dass sie spezielle Aktionen durchgeführt haben
  • 48% oder 147 Teilnehmer haben darauf verzichten können.

202120428 Medienmitteilung Vereins-Umfrage IG Sport Luzern (pdf)